ABI Rede 2009
Hier nun nochmal unsere ABI-Rede mit allen 3 Teilen (Begrüßung von Theo, Geschichte von mir und Abschluss von Jana).
Alle Teile sind in gemeinsamer Arbeit entstanden und wurden letztlich durch unser zweistündiges Brainstorming vollendet.
Danke nochmal an alle, die auf der Max-Planck-Schule einen Teil ihres Lebens verbracht haben.
Verehrte Lehrer, Liebe Eltern, Liebe Freunde und Verwandte, Liebes lauschendes BKA und ein lautes Moin Moin, Abi 09.
Mit dem Abschluss der einem so ewig Vorkommenden Schulzeit, beginnt eine komplett neue Epoche in unserer Lebensgeschichte. Wir nehmen Abschied von diesen Mauern, die auch heute,wie jeden Tag in ihrem gewohnten Glanz erstrahlen, von unserer geliebten Cafeteria, deren Duft uns immer wieder aufs neue motivierte, wann auch immer wir am Boden waren, und natürlich von unseren charmanten Lehrern. In vielen Punkten haben wir sicher Erwartungen nicht erfüllt. Wer „widerspiegeln immer mit „ie“ geschrieben hat, wird es auch auf ewig tun“, ist einer der beliebtesten Sätze von Deutschlehrern. Nach meinem Abi kann ich auch ganz offenkundig mitteilen: Ich werde auch weiterhin nach wegen den Dativ benutzen. Für uns ist das Abitur nicht nur ein fachlicher Abschluss, sondern wie es sich auch nennt: „eine Reifeprüfung“. Wir haben nicht nur Fakten auswendig gelernt, nein. Wir haben mit Menschen verschiedenster Art zu tun gehabt: Solchen, die nicht aufhören können zu reden und denen man sich nur entziehen kann, wenn man während des Gesprächs den Ort des Geschehens verlässt, mit solchen, die sich voller Eitelkeit durch ihr langes weißes Haar fassen, während sie schauen, ob ein Bewunderer in der Nähe ist, oder mit solchen, denen kein Weg zu weit ist, um seine Schüler bei Douglas wieder zutreffen, und doch steckt hinter all diesen Fassaden meist eine liebenswürdige Person. Menschen sind so verschieden, dass einem manchmal das Verhalten des Gegenüber unerklärbar erscheint, doch erinnert man sich an die Schule, hat man stets einen Vergleich und über den richtigen Umgang Bescheid zu wissen. Die Schulausbildung eröffnet uns nun neue Perspektiven und zugleich eine Angst über das, was uns wohl erwarten wird. Wo wir am Ende landen werden, ist für die meisten wohl noch ungewiss. Vielleicht werden ja einige hier als Lehrer wieder auftauchen und der Schule erhalten bleiben. Doch längst nicht immer war der Weg zum Abitur so einfach, sondern er war auch geprägt von Hindernissen und Meilensteinen. ähnliches ereignete sich in einer weit, weit entfernten Welt, fern von allen unseren Vorstellungen:Es begab sich zur Zeit des Millenniums, als eine große Anzahl von Kindern zu einer langen und beschwerlichen Reise auserkoren wurde. Sie hatten sich vier Jahre lang bewährt und gezeigt, dass sie die Auserwählten waren, die die Zukunft der Welt verändern und den Stein der Weisen erreichen sollten. Doch bevor sie auf ihre lange und beschwerliche Reise geschickt wurden, mussten sie in 4 Häuser aufgeteilt werden. Ein alter Hut entschied, ob die Kinder nun A-, B-, C- oder D-klassig waren. So galt es in den ersten beiden Jahren nicht die Orientierung zu verlieren und sich seiner Gruppe anzuschließen. Wer diese Aufgabe meisterte, der Traf in der siebten Stufe auf zwei Gelehrten die vor einer Weggabelung standen. Der eine rief: „Du weißt nichts mit deinem losen Mundwerk anzufangen? Lern Französisch!“ Der andere rief „Der Großteil von euch hat nicht einmal das Potential ein Substantiv vom Suppenhuhn zu unterscheiden. Ich sage euch: Latein, lasst es sein.“ Durch clever gefällte Entscheidungen mischten die Gefährten sich ein weiteres Mal durcheinander und kamen sich so wiederum näher. Die Gefährten marschierten also weiter durch die Moorteichwiese, gebeutelt vom tiefen Schlamm und Dioxin-verseuchten Treibsandkuhlen, als ihnen plötzlich plötzlich ein Zauberer gegenüber stand:
„Seid gegrüßt ihr Gefährten, ich bin der Zauberer Storm und ich biete euch diese magischen Stühle, die euch von eurem Rückenleiden kurieren werden.“ – Die Gefährten, leichtgläubig wie sie waren, ließen sich auf einen Deal ein und kauften eine Unmenge dieser Gerätschaften. Doch bevor diese in Benutzung gingen, verlief der weitere Marsch durch die tief verschneiten Berge Österreichs bis hin zur Thalfahrt, welche trotz einiger Zerrungen, Überdehnungen und Hustensaftvergiftungen gut überstanden wurde.
Die Zeit verging schnell und der lange Marsch erreichte bereits das elfte Jahr. Doch statt den Endspurt einzuläuten, entschieden sich die Gefährten für eine Pause, ja gar eine Rast. Es wurde ein Bierchen gezischt und noch eins und noch eins. Selbst die ergonomischen Stühle hatten nun endlich ihre Berechtigung in der Entzündung des Lagerfeuers gefunden.
Der Bildungs-Lord, der dieses Spektakel aus weiter ferne beobachtete war entsetzt. Die Pisa-Prophezeiung war tatsächlich eingetreten. Er erkannte, dass der HÄRTELfall eingetreten war, denn es fehlte an fachlichen Gelehrten, weshalb sowohl der stellvertretende Direktor, als auch das Betriebklima Kühl wurde. Schnelles Handeln war nun Geboten und so entsandte der Bildungs-Lord seine besten Helfer, die Hauselfin Dobby, die pinke Fee Annette, den zahmen Wolf, die Vollstrekerin und den Geier Grage, um die torkelnde Bildungselite wieder auf den rechten Weg zu hieven. Und ja, sie schafften es. Doch noch reichte der Wissenstand nicht aus, um Schloss Longwood zu stürmen, im Gegenteil es herrschte Angst vor den bevorstehenden Prüfungen. Aus diesem Grunde zogen sich die Gefährten samt Helfer ins Exil nach Malta, Rom, Nizza, Prag und Dresden zurück, um sich für die bevorstehende Schlacht zu formieren.
Und so war der Tag gekommen, an dem die Gefährten, mit Wissen bewaffnet, vor der Festung Longwood standen. Schnell waren die Mauern, die das Schloss vor den Ungebildeten schützen soll, erklommen. Die Gefährten machten sich nun auf den beschwerlichen Weg durch die Katakomben auf der Suche nach der Kammer des Schreckens. Plötzlich umhüllte ein stinkender, grüner Nebel die Gefährten. „Wo sind wir hier?“ fragten sie sich. „Ist dies vielleicht die Kammer des Schreckens?“ Doch als der Blick gen Boden fiel, wurde es ihnen allen klar. Anstelle des Steines der Weisen, fanden sie den Urinstein vor. Verzweifelt schauten sie sich an: „Wir sind in den Medienräumen gelandet!“ Schnell hatten sich die Gefährten wieder aufgerappelt, waren über den unteren Hof gesprintet, um dann vor der riesigen Holztür der Halle stehen zu bleiben, in der die Kammer des Schreckens lag. Vor der Tür stand der Wächter Mohr, welcher sie auch als würdig erkannte und ihnen Einlass gebieten wollte. Leider hatte er ein weiteres Mal seinen Schlüssel verlegt, weshalb die Gefährten die Tür eintreten mussten. Gemeinsam also betraten sie die große Halle, in der sie das Ziel, den Stein der Weisen erwarteten. Doch alles was sie bekamen, war diese lausige Geschichte. Wer jetzt glaubt, dies wäre nichts wert, dem sei gesagt:
Der Weg ist das Ziel. Und diesen Weg sind wir alle voller Stolz gegangen.Wir stehen nun also wie man so schön sagt am bisherigen Höhepunkt unseres Lebens – sowohl fachlich, als auch menschlich.
Und „Menschlich“, das ist auch ein gutes Stichwort für unsere Mitschüler und unsere Jahrgangsgemeinschaft. Als sich mit dem Beginn des 12. Jahrgang die Klassen auftrennten und wir alle vor dem Kurssystem standen, waren wir vorerst skeptisch. Ein jeder war nun fern von der schützenden Hand der Klassengemeinschaft, ein jeder war nun auf sich selbst gestellt. So war die Angst vor dem Verhalten der neuen Mitschüler allgegenwärtig.
Doch es trat das ein, was längst nicht an jeder Schule und in jedem Jahrgang eine Selbstverständlichkeit ist:
Wir haben uns zu einer Gemeinschaft entwickelt, die den Charakter jedes Mitglieds respektiert und jeden schätzt wie er ist. Ganz so wie es eben sein soll. Und so stellte sich das Kurssystem als das Beste heraus, was uns hätte passieren können. Wir haben uns näher kennen gelernt und Freundschaften geschlossen, die in vielen Fällen sicher noch lange über die Schulzeit hinaus halten werden. Und ich denke wir sprechen für viele andere, wenn wir an dieser Stelle sagen: „Leute, ihr werdet uns fehlen“.
Zu guter Letzt möchten wir uns im Namen des gesamten Abiturjahrgangs noch bei einigen Personen bedanken, die uns in den letzten Jahren unterstützt haben:Wir danken Frau Kruse und Frau Butenschön , die uns jederzeit freundlich empfangen und beraten haben und sogar in der Mottowoche die tägliche dröhnende Pausenmusik im Sekretariat ausgehalten haben. Außerdem danken wir Frau Maiwald für ihre Nervennahrung.
Und nicht zu vergessen ist natürlich die Schulleitung, die uns bei vielen unserer Projekte und unseren kleineren und größeren Problemen im Schulaltag zur Seite stand. Ein weiterer Dank geht an die Lehrerschaft, insbesondere an die Tutoren. Durch sie haben wir im Laufe unserer Schulzeit nicht nur verschiedene Unterichtsmethoden kennengelernt, sondern – was vielleicht noch viel wichtiger für unser weiteres Lebens ist – viele verschiedene Persönlichkeiten kennen – und zumeist auch schätzen gelernt.
Wir danken auch unserem Oberstufenkoordinator Herr Langholz, dem wir für den Erhalt unserer Freizeit durch gute Gestaltung der Stundenpläne danken!
Aber der größte Dank gebührt natürlich unseren Familien. Sie haben uns 13 Jahre lang begleitet und am Ende sicherlich auch ordentlich mitgezittert. Sie haben einen großen Teil dazu beigetragen uns zu dem zu machen was wir jetzt sind. Und sehen sie sich unseren Jahrgang an. Sie haben wirklich gute Arbeit geleistet.
Achja, nun soll mit besonderer Widmung an Herrn Arnold noch ein Zitat erwähnt werden : “Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir“. Und wie fast jedes Jahr steht auch dieses Jahr die Abirede unter diesem Motto. Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir!
Über diesen Eintrag
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- Veröffentlicht:
- Juni 19, 2009 / 2:58 pm
- Kategorie:
- Rede
- Tags:
- Abitur, Kurzgeschichte, Rede
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