Unnützes Wissen
Mal wissen wir einiges und oft wissen wir nichts, schon gar nicht wie unterschiedlich ein Leben in all seinen Facetten aussieht. Mal ist der eigene Beruf nur ein Job und mal gar eine Berufung, doch was wissen wir schon.
Die Pflegerin muss immer freundlich sein.
Und auch im schlimmsten Falle bewahrt sie den Schein.
Denn von nun an muss sie die Familie spielen,
unbemerkt als Vormund für die Alten und Senilen.
Ja selbst bei Altersdemenz und schlimmster Inkontinenz,
da bleibt sie präsent als hilfsbereite Pflegekompetenz.Die Pflegerin muss immer die Distanz bewahren.
Und tut sie dies nicht, so entstehen Gefahren.
Was nämlich hier passiert, das darf nicht nach Haus,
denn Gefühle belasten und jene zehren aus.
Ja selbst den letzten Alten darf sie nicht bewein’
es könnte doch auch glatt ihr Nächster sein.Der Pflegerin Werk wird reichlich belohnt,
doch freut sie sich nicht, sie ist’s gar gewohnt.
Denn nichts heilt die Wunden schlechter als Geld,
so wie es sich mit seelischen Schmerzen verhält.
Ja selbst der Luxus verbessert nicht ihr Befinden,
wenn die nahe Stehenden im Takte verschwinden.Die Pflegerin kommt auch mal nach Hause
auf der schweren Suche nach einer Pause.
Doch lassen sich Beruf und Leben noch trennen?
Wenn sich die grauen Bilder täglich einbrennen?
Wenn man schon bald zum Zuschauer wird,
und verfolgt wie ein Mensch ganz langsam stirbt.
Wenn sie aber von einem letzten Lächeln weiß,
Dann ist es vollbracht und so schließt sich der Kreis.
Noch keine Kommentare
Zum Kommentarformular springen | Kommentar RSS [?] | trackback uri [?]